
Die Söhne des Marshals: Gemobbt von den Vierlings-Stiefbrüdern
- 👁 15.6K
- ⭐ 8.8
- 💬 0
Klappentext
»Du bist schwach und hässlich! Hör auf zu so zu tun, als wärst du eine von uns — du ekelst mich an!« In der Highschool war Tabitha übergewichtig und das ständige Ziel der grausamen Streiche und Schikanen von vier Vierlingsbrüdern, die ihr Leben in eine Hölle verwandelten. Nachdem sie die Werwolf-Schule abgebrochen hatte, schrieb sie sich an einer menschlichen Universität ein und wandelte sich komplett. Die Vierlinge wiederum wurden von ihrem Vater mit strenger militärischer Disziplin erzogen und wuchsen zu rebellischen, unzähmbaren Alphas heran. Fünf Jahre später treffen sie wieder aufeinander, als Tabithas Mutter ihren Vater heiratet. Nun muss Tabitha unter einem Dach mit den vier Alpha-Peinigern leben, die sie sofort wiedererkennen und fassungslos darüber sind, wie wunderschön sie geworden ist.
Kapitel: 1: Kapitel 1 1. Verlobung
Aus Tabithas Sicht
Ein Fußball schießt auf mich zu, gerade als ich mitten in einer Passage bin und mit gekreuzten Beinen mitten auf dem offenen Feld sitze, mein Buch bequem auf den Oberschenkeln. Ich schaue auf und sehe, wie er direkt auf mein Gesicht zuschießt.
Oh Scheiße!
Mein Herz setzt einen Schlag aus und ich schlage das Buch zu. Ich weiche ruckartig zur Seite aus, stütze mich mit den Händen im Gras ab und drehe meinen Körper aus dem Weg.
„Pass auf!“
Noch bevor der Ball mich erreichen kann, taucht Andrew wie ein Blitz auf. Er stürmt vorwärts, wirft sich vor mich und neigt den Kopf genau im richtigen Moment, um den Ball abzufangen. Er prallt mit einem dumpfen Schlag ab und rollt über das grasbewachsene Feld davon.
„Alles in Ordnung?“, fragt er und holt neben mir wieder zu Atem, während er sich aufrichtet.
Ich drücke eine Handfläche gegen meine Brust und spüre, wie mein Puls unter meinen Fingerspitzen rast. Das war knapp.
„Ja. Obwohl der Ball mir fast die Brille zerbrochen hätte.“ Ich schiebe den schiefen Rahmen wieder auf den Nasenrücken. „Ich hätte dich gebeten, sie zu ersetzen, aber heute ist dein Glückstag, Kingston.“
Andrew lacht leise.
„Tut mir leid. Die Jungs haben Ray richtig angefeuert.“ Er nickt Ray zu, der über das Feld rennt. „Du weißt ja, wie er ist, wenn er erst mal im Spiel ist.“
Ray, der Kapitän der Uni-Fußballmannschaft, winkt mir entschuldigend zu und fordert Andrew auf, ihnen den Ball zurückzugeben.
„Du solltest deinen Kumpels vielleicht sagen, dass sie das nächste Mal an ihrer Zielgenauigkeit arbeiten sollen. Versucht, uns armen Leuten auf der Tribüne vor den Sommerferien kein blaues Auge zu verpassen.“
Er lacht erneut und spielt den Ball mit einem präzisen Tritt zurück zu seinen Teamkollegen, bevor er vom Spielfeld weggeht, um sich zu mir zu gesellen. Andrew deutet an, dass er im nächsten Spiel passen wird. Ray und die anderen nicken und setzen das Training fort.
„Warum trainiert ihr heute überhaupt?“, frage ich, setze mich wieder richtig hin und nehme mein Buch zur Hand. „In drei Tagen sind Sommerferien. Die Saison der Schulmannschaft ist vorbei.“
Andrew zuckt mit den Schultern.
„Es geht nicht nur um den Wettkampf. Fußball ist einfach ein Spiel, das Spaß macht. Aber Ray ist seit unserer Niederlage im Finale regelrecht besessen vom Training … das spielt also auch eine Rolle.“
Andrew greift nach seinem Becher und nimmt einen langen Schluck. Sein Blick wandert nach unten, und ich bemerke, wie er auf mein Knie starrt. Er neigt den Kopf leicht zur Seite.
„Ich wollte dich schon lange nach dieser Narbe fragen. Wie bist du daran gekommen?“, fragt er.
Ich schaue nach unten, meine Finger streichen über die blasse, gezackte Linie direkt unter meiner Kniescheibe. Sie ist alt, aber auf meiner Haut immer noch deutlich zu sehen.
„Ich bin vor fünf Jahren von einer Klippe gestürzt. Ich wurde von ein paar dummen Highschool-Tyrannen verfolgt. Ich bin gestolpert, habe mich überschlagen, mir die Knie aufgeschürft und mir ziemlich heftig den Kopf gestoßen“, sage ich und blättere eine Seite in meinem Buch um.
Andrew zuckt zusammen. „Verdammt. Ich weiß, dass Kinder echte Idioten sein können, aber das ist brutal. Ich hätte nicht gedacht, dass Schüler so rücksichtslos sind.“
Ich lache trocken. „Ja … du hast ja keine Ahnung.“
Wenn er das nur wüsste. Vor allem, wenn man inmitten von Werwölfen aufgewachsen ist, die sich nur verwandeln, um Menschen wie mich in den Wahnsinn zu treiben. Gut, dass ich jetzt meilenweit von diesem Höllenloch entfernt bin. Ich muss mir die grinsenden Gesichter meiner Mobber nicht mehr ansehen … vor allem nicht die der vier Brüder, die mir früher das Leben zur Hölle gemacht haben.
Er bemerkt meinen Stimmungsumschwung und wechselt schnell das Thema. „Wie auch immer, was hast du diesen Sommer vor?“, fragt er, während er sich die Lippen abwischt.
Ich schließe das Buch mit dem Daumen und lege es auf mein Knie. Sommerpläne, hm?
„Ich werde wahrscheinlich einfach ein paar zusätzliche Schichten im Café übernehmen. Wie immer“, sage ich mit einem Achselzucken.
Er nickt.
„Verdammt, du arbeitest immer so hart. Wenn du mal etwas anderes machen willst, in der Firma meines Vaters werden gerade Leute gesucht. Ich könnte ein gutes Wort für dich einlegen.“
Ich lächele und schüttle leicht den Kopf
„Danke, aber ich mag meinen Job im Café. Auch wenn die Bezahlung nicht gerade üppig ist, kann ich zumindest den ganzen Tag den köstlichen Duft von Kaffee genießen. Außerdem ist der Chef so nett, mir bei jeder Schicht übrig gebliebene Backwaren zu geben.“
Es ist nett von ihm, mir das anzubieten, aber ich bleibe lieber bei meinem Nebenjob. Und es geht nicht einmal um Stolz, sondern einfach darum, mir selbst etwas aufzubauen. Vielleicht nehme ich sein Angebot an, wenn ich mir sicher genug bin, gute Arbeit zu leisten … sobald ich meinen Abschluss habe. Hoffentlich.
„Na ja, wenn du meinst …“ Andrew steckt den Becher zurück in seinen Rucksack und lässt sich auf der Tribüne neben mir nieder. „Weißt du was? Du bist der fleißigste Mensch, den ich kenne. Ich kann kaum glauben, dass du die ganzen Sommerferien damit verbringst, einfach nur … zu arbeiten. Hast du nicht mal vor, in den Urlaub zu fahren? Ein bisschen Sonne zu tanken? Wandern? Sehenswürdigkeiten anschauen? An den Strand gehen?“
Strand. Eine plötzliche Erinnerung kitzelt in meinem Hinterkopf. Der Duft salziger Luft, das Gefühl von körnigem, weißem Sand auf meiner Haut … und das kristallblaue Wasser, das jeden Morgen meinen Blick begrüßt. Ja, ich habe früher am Strand gewohnt, stimmt. Und davon habe ich genug gehabt, um ein Leben lang davon zu zehren. Jetzt freue ich mich nicht gerade darauf, dorthin zurückzukehren.
„Nee. Mir geht’s gut so. Die Arbeit im Café ist auch eine spannende Abwechslung.“ Ich atme tief durch, schiebe das Lesezeichen auf die Seite und stecke das Buch wieder in meine Tasche. Ich kann mich im Moment einfach nicht richtig auf das Lesen konzentrieren.
„Das hast du letzten Monat aber anders gesagt, als dieser Typ dich gebeten hat, seinen Latte neu zu machen, weil das Schaumherz komisch aussah.“
Ich schnaube und erinnere mich an den Vorfall. „Ja. Wie sich herausstellte, hatte er ihn für seine Freundin bestellt, aber sie hat noch am selben Tag mit ihm Schluss gemacht. Die beiden haben an dem Tag im Café ganz schön für Aufsehen gesorgt. Der arme Kerl musste sich ein neues Getränk bestellen. Das muss man ihm allerdings lassen. Er hat sich einen Kamillentee bestellt, nur um sich zu beruhigen.“
Andrew kichert. „Ja, und …“, er verstummt, sein Blick huscht an mir vorbei und seine Augen verengen sich leicht.
„Was?“
Ich folge seinem Blick und sehe einen Mann in einem gepflegten schwarzen Anzug auf uns zukommen. Er wirkt völlig fehl am Platz an einer Universität voller Studenten, die an ihren letzten Projekten büffeln, und Fußballspielern, die auf dem Platz herumtollen. Er sieht weder wie ein Dozent noch wie jemand aus, der auch nur im Entferntesten mit der Uni zu tun hat, und was mich beunruhigt, ist die Art, wie sein Blick auf mir ruht – als würde er nicht einfach nur vorbeikommen, sondern gezielt hierherkommen, um etwas Bestimmtes zu erledigen.
Wahrscheinlich ist er nur ein Elternteil oder so … oder vielleicht ein Investor der Hochschule. Er kann unmöglich wegen mir hier sein. Oder?
Nein. Der Mann kommt definitiv auf uns zu und schaut mich immer noch unverwandt an.
„Kennst du den Typen?“, flüstert Andrew und runzelt die Stirn.
„Nein.“
Der Mann bleibt schließlich direkt vor uns stehen. Er wirft einen kurzen Blick auf Andrew, bevor er seinen Blick wieder auf mich richtet.
„Bist du Tabitha Huxley?“, fragt der Mann im Anzug.
„Äh … ja …“
„Wer bist du?“ Andrew steht auf und versperrt dem Mann die Sicht auf mich.
Der Mann ignoriert Andrew völlig, weicht zur Seite aus und neigt den Kopf gerade so weit, dass er an dessen hochgewachsener Gestalt vorbeisehen und meinen Blick wieder einfangen kann.
„Madam Isla wartet auf dem Campus-Parkplatz. Sie hat mich gebeten, Sie zu suchen, Tabitha“, sagt er mit ruhiger, geübter Stimme.
Was hat meine Mutter denn jetzt gemacht? Auf dem Campus-Parkplatz gewartet? Wir haben doch gar kein Auto!
Ich sehe mir den Mann noch einmal genau an. Er hat einen stets ernsten Gesichtsausdruck. Er scheint Ende vierzig zu sein, auf jeden Fall ein paar Jahre älter als meine Mutter. Und egal, wie genau ich ihn mir auch ansehe – ich weiß, dass ich ihn zum ersten Mal treffe. Er kann also unmöglich einer der Freunde meiner Mutter sein.
Andrew rutscht an mir vorbei und flüstert, ohne den Mann aus den Augen zu lassen. „Glaubst du, das ist irgendeine neue Art von Betrugsmasche?“
Na ja, wenn dem so ist: Dann haben sie sich definitiv die denkbar schlechteste Person ausgesucht, denn wir sind total pleite. Das Einzige, was sie uns abknöpfen können, ist die gebrauchte Bratpfanne, die ich vor zwei Wochen auf einem Flohmarkt gekauft habe. Meine Mutter und ich kommen gerade so über die Runden, vor allem wegen ihrer unkontrollierbaren Ausgabegewohnheiten, die uns gelegentlich dazu zwingen, auf die wenigen Ersparnisse zurückzugreifen, die wir in den letzten fünf Jahren zusammenkratzen konnten.
„Ich glaube, deine Mutter hat dir vorhin schon eine Nachricht dazu geschickt“, sagt der Mann und wirft Andrew einen Seitenblick zu, als würde der Junge ihm schon jetzt auf die Nerven gehen.
Ich zögere und greife langsam nach meinem Handy, als könnte es mich beißen. Mein Bildschirm leuchtet auf und zeigt eine einzige ungelesene SMS von vor fünfzehn Minuten an.
Mama:
Hey Schatz. Dreh nicht durch, aber kannst du zum Parkplatz kommen? Ich brauche dich für etwas. Es ist … eine Art Überraschung. Vertrau mir einfach, okay? :))
Was zum … Ist das ernst gemeint?
Ich runzele die Stirn, während ich auf den Bildschirm starre und versuche, die Nachricht zu verstehen. Ich schaue wieder zu dem Mann hinauf, der immer noch da steht, als wäre das alles völlig normal, als sollte ich ihm einfach ohne Fragen zu stellen folgen.
Ich weiß nicht, was hier los ist. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, ich soll einfach mitgehen und die Sache hinter mich bringen. Ich habe Pfefferspray in meiner Tasche, falls es schiefgeht – nicht, dass es helfen würde, diesen Riesen von einem Mann außer Gefecht zu setzen. Aber nun ja, meine Mama hat mir eine SMS geschickt, und so durchgedreht sie manchmal auch sein mag, sie würde keinen Fremden schicken, um mich von einem Feld zu holen, wenn es nichts Ernstes wäre. Wahrscheinlich. Hoffentlich. Wie auch immer, ich straffe meine Schultern, hänge mir die Tasche über einen Arm und gehe auf ihn zu, so als würde ich so etwas ständig tun.
Andrews Hand fasst mich sanft am Ellbogen. „Warte. Bist du dir da sicher?“
„Ja, ich schreibe dir später einfach eine SMS.“ Ich schenkte ihm ein knappes Lächeln.
Seine Hand gleitet weg, und ich gehe auf den Mann im Anzug zu.
Während wir auf den Campus-Parkplatz zugehen, wandert mein Blick zu dem Handgelenk des Mannes und bleibt an etwas Vertrautem hängen. Seine Manschettenknöpfe sind oval und mit einer minimalistischen, silbernen Bergkette verziert. Das kommt mir … bekannt vor.
Es ist fünf Jahre her, seit ich dieses Symbol das letzte Mal gesehen habe. Und es gibt nur eine Familie, die ich kenne, deren Angestellte es tragen.
Nein. Das ist unmöglich. Es muss einfach nur das gleiche Design sein.
Ich starre immer noch auf die Manschettenknöpfe, als mir bewusst wird, dass wir bereits angekommen sind. Der Mann tritt vor und öffnet die Tür eines eleganten schwarzen Autos. Im Inneren entdecke ich meine Mutter, die bequem auf dem Rücksitz sitzt und völlig entspannt wirkt, während sie mir zuwinkt und mir bedeutet, einzusteigen. Gut. Ich wurde also doch nicht hereingelegt. Sie ist wirklich hier.
„Danke, dass du meine Tochter wohlbehalten hergebracht hast, Gerald.“ Sie schenkt dem Mann ein charmantes Lächeln.
Gerald neigt leicht den Kopf. „Gern geschehen, Madam.“
Dann geht er um das Auto herum und setzt sich auf den Fahrersitz. Gerald startet den Motor, und ehe ich mich versehe, fahren wir schon vom Universitätsgelände hinaus. Okay, ich bin immer noch verwirrt.
„Bitte sag mir, was hier los ist, Mama. Woher kommt dieses Auto? Und wer ist er überhaupt?“
„Ich wollte es dir schon lange erzählen“, strahlt sie und nimmt meine Hand. „Jetzt kann ich es endlich.“
„Du machst mich nervös …“
„Ach, sei nicht nervös, mein Schatz. Das sind großartige Neuigkeiten!“
Sie hebt ihre andere Hand und zeigt stolz einen riesigen Diamantring, der auf einem mit Edelsteinen besetzten Platinring sitzt.
„Schatz, ich werde heiraten“, quietscht sie.
Mir bleibt der Mund offen stehen. Was, sie?
Das Gesicht meiner Mutter ist gerötet wie das eines aufgeregten Teenagers. Sie sieht so begeistert aus, und ich muss meinen Mund schließen, um keine Worte herausrutschen zu lassen, die ihre gute Laune verderben könnten. Meine Mutter heiratet? Ich meine, klar, sie sieht auch mit Mitte vierzig noch umwerfend aus. Viele Männer bewundern sie immer noch, sehnen sich nach ihr. Aber ich hätte nie gedacht, dass sie sich nach Papas Tod tatsächlich mit jemand anderem niederlassen würde.
„Was meinst du? Es ist ein wunderschöner Ring, nicht wahr?“ Sie streicht über den riesigen Edelstein ihres Verlobungsrings, und ich nicke gedankenverloren.
Der sieht verdammt teuer aus. Wer auch immer ihr Verlobter ist, muss stinkreich sein.
„Ja, das ist, äh … toll. Aber Mama, du hast mir nie erzählt, dass du mit jemandem zusammen bist.“
„Oh, mein Schatz. Ich habe versucht, es eine Weile geheim zu halten. Du hattest in letzter Zeit mit Schule und Arbeit so viel um die Ohren, und ich wollte dich nicht ablenken. Außerdem, nun ja … es ging alles irgendwie ziemlich schnell. Wir waren uns anfangs nicht sicher, wie ernst es war, und ich wollte es nicht verhexen, indem ich zu viel verrate.“ Sie lacht leise und wirft einen Blick auf ihren Ring. „Aber jetzt ist es offiziell. Er hat mir gestern Abend einen Heiratsantrag gemacht, und ich konnte einfach nicht länger warten. Ich musste es dir einfach erzählen.“
„Und, wer ist der Typ?“
„Das wirst du schon sehen“, sagt Mama mit einem Grinsen und tippt mir auf das Knie. „Wir werden ihn heute kennenlernen. Er hat darauf bestanden, mit uns beiden richtig zu Mittag zu essen. Er meinte, es sei an der Zeit, dass die Sache offiziell wird.“
„Ich kann das Ganze immer noch nicht ganz fassen …“
„Er ist ein großartiger Mann, Tabitha. Von der Sorte, die man nicht zweimal im Leben trifft. Ich glaube wirklich, dass du und ich … von nun an ein schönes Leben haben werden.“
Wie auf Kommando hält das Auto an. Gerald steigt aus und öffnet uns die Tür. Ich steige aus, und vor Überraschung gehen mir die Lippen auf.
Wir stehen vor einem der teuersten Restaurants der Stadt. Ein Ort mit Parkservice, privaten Aufzügen und Speisekarten mit goldener Schrift. Ein Ort, an dem Andrew Kingston vielleicht ganz beiläufig auf ein Steak vorbeischaut. Kein Ort, von dem jemand wie ich auch nur zu träumen wagt, ihn jemals zu betreten.
Wer … ist eigentlich der Verlobte meiner Mutter?
Ich habe tausend Fragen, aber ich sage nichts, während ich Mama durch den prächtigen Eingang folge. Wir werden sofort zu einem privaten VIP-Tisch im hinteren Bereich des Restaurants geführt. Dort sitzt bereits ein Mann mit königlicher Haltung und unlesbarem Gesichtsausdruck und wartet auf uns. Mama zögert nicht. Sie schreitet direkt auf ihn zu und drückt ihm einen Kuss auf die Wange, als hätten sie das schon hundert Mal zuvor getan.
Der Mann wendet sich mir zu und schenkt mir ein freundliches Lächeln. Doch meine Lippen erstarren vor Schreck, noch bevor ich seine Freundlichkeit erwidern kann.
„Schatz, ich möchte dir meinen Verlobten vorstellen, Emery Aldair“, verkündet meine Mutter lächelnd.
Das gibt’s doch nicht.
Der Verlobte meiner Mutter ist Emery Aldair … der Vater meiner Mobber aus der Oberstufe?!
Kapitel: 2: Kapitel 2 2. Stiefvater
Aus Tabithas Sicht
Emery richtet sich leicht von seinem Stuhl auf und streckt die Hand aus – mit der Selbstsicherheit eines Mannes, der es gewohnt ist, ganze Städte zu leiten, nicht nur den Mittagstisch. Natürlich ist er das. Emery Aldair ist der Alpha des Crystal-Ridge-Rudels und der Kommandant der Kaelara-Marinestation!
„Schön, dich endlich wiederzusehen“, sagt er mit einem herzlichen Lächeln. „Du warst früher in Kaelara eine Schulkameradin meiner Söhne. Ich glaube, ihr wart im selben Jahrgang.“
Das muss irgendein Albtraum sein, denn es kann unmöglich sein, dass der Verlobte meiner Mutter Emery Aldair ist. Und doch, egal wie fest ich mir in den Arm kneife, ich wache einfach nicht auf. Scheiße. Das ist echt. Deshalb kommt mir das Symbol auf Geralds Manschette so bekannt vor … es gibt nur eine Familie, deren Mitarbeiter genau dieses Design tragen … die Aldairs!
Passiert das wirklich?
„Schatz, Emery möchte dir die Hand geben“, flüstert meine Mutter und










